Unterwegs im Winterwanderland

Nov 13, 2015 | Allgemein, Vallis, Wallis |

Verzaubert vom Wallis

Das Wallis im Winter: Verschneite Wälder, weißgepuderte Gebirgsketten, glitzernde Skipisten und blauer Himmel. Zwei Wochen waren wir im Wallis unterwegs. Wir, das sind meine Frau Rita, unser Sohn Aaron und ich. Zwei Wochen genossen wir die himmlischen Kulissen der Walliser Alpen, begegneten Alphornbläsern, Bergbauern, Winzer, Hoteliers und Bernhardiner; wanderten, schwelgten und schlemmten, erlebten erholsamen Familienurlaub und Abenteuer. Schon früh am Morgen, wenn ich aus dem Fenster unseres Hotels in Crans-Montana schaute, fielen draußen dicke Flocken, drinnen knisterten die brennenden Holzscheite im Kamin. Zwei Stunden später, nach einem gemütlichen Frühstück, erkundeten wir traumhafte Landschaften bei herrlichstem Sonnenschein und blitzblankem Himmel. Mit Schneeschuhen stapften wir breitbeinig durch den meterhohen Schnee, gerieten Schritt für Schritt in ein Eiszeitreich, wo vertraute Tannen wie schneevermummte Riesentrolle wirkten. Auf malerischen Loipen zogen wir mit Langlaufskiern durch Wälder aus hohen Weihnachtsbäumen, schneegepolstert und lichtdurchwirkt. Wie von einer Schnur gezogen schnurrten wir durch breite Täler und über verschlungenen Winterwanderwege, setzten in ruhigem Rhythmus stetig die Stöcke und lauschten dem Knirschen des Schnees unter unseren Skiern, während Aaron von hohen Gipfeln die Pisten runter bretterte.

Jeden Tag gab es etwas Neues zu entdecken. Jeder Weg zeigte uns neue Ausblicke. Und jede Tageszeit tauchte das Walliser-Winterwunderland in ihr eigenes Licht. Gegen Mittag kehrten wir meist gemeinsam in eine der kleinen, urigen Alp- und Gasthütten ein, die viel Lokalkolorit und herzhafte Speisen boten. Gastfreundschaft und Herzlichkeit war hier spürbar echt. In gemütlicher Atmosphäre aßen wir eine deftige Erbsen-Speck-Suppe oder knusprige Rösti mit knackiger Bratwurst. Als Dessert gab es einen warmen Apfelrosinenkuchen mit Sahne. In manchen Gaststätten herrschte eine auffallende „Käsedreifaltigkeit“. Hier gab es Käse, der jedes Gratin, Fondue oder Raclette zum Genuss werden ließ. Einfach herrlich. Manchmal hatten wir den Eindruck, dass gutes Essen und Trinken zu den Menschenrechten im Wallis gehören. Am Nachmittag dann Kultur zuhauf: Wir besuchten Museen, Galerien, Ausstellungen und das Schokoladenfestival in Crans-Montana. Anderntags fuhren wir mit dem Zug weiter in Richtung Süden. Über Siders, Sion und Martígny ging es problemlos in das malerische Dorf Champex-Lac. Ein Postkartenort, der auf einer Höhe von 1470 Metern liegt. Hier verbrachten wir wunderbare Tage.

Doch was ist es bloß, das die Magie dieses französischsprachigen Ortes ausmacht? Sind es die verschneiten Häuser im Talgrund? Das Panorama der kesselnden Wälder und Berge? Der Blick über den zauberhaften Alpensee? Oder sind es die herrlichen Gerichte im Hotel du Glacier? Der gemütliche Ort – auf dem Weg zum Grand Sankt Bernhard – erfüllt viele Sehnsüchte, wenn man als Schneeschuhwanderer, Skitourengeher oder Abfahrtsläufer unterwegs sein möchte. Viele Wege in unberührter Landschaft führten uns hier in die Verzauberung. Wir wanderten an einem gleißenden, tief gefrorenen See entlang, spurten auf malerischen Loipen, glitten selig dahin und erkundeten ideale Langlauf-Routen. Pure Lebenslust begleitete unsere Bewegungen und die klare Luft ließ uns durchatmen. Wir fühlten uns leicht und gut, hätten unendlich so weiterlaufen können durch diese funkelnde Schneewelt, die kein Touristenverband inszeniert hatte, sondern einzig die Natur. Hier war der Alltag ganz weit weg. Und jedem der Fitniss im Kopf und Work-out im Sinn hat, dem wird das Wandern durch die weiße Flur – als Lang- und Schneeschuhläufer – zur zweiten Natur. Hoch oben auf dem über 2000 Meter aufragenden La Breya kletterten wir schließlich mit einer Schneekatze über tief verschneite Bergrücken. Verschwenderisch großzügig zeigte sich hier die Natur. Dünen aus Pulverschnee in Hülle und Fülle. Und immer wieder blickten wir staunend in die Weite, wie man eben Dinge anstarrt, die so viel größer sind als man selbst. – Und darüber der phantastische Himmel, ein Blau von verwirrender Intensität, der mich an einige Worte des Schweizer Schriftstellers Carl Zuckmayer denken ließ: „Der Himmel ist riesenhaft über uns gewölbt; er scheint sich in die Unendlichkeit zu spannen, wie sonst nur auf hoher See.“

WALLIS – SAAS-FEE

1 Nacht in einem Hotel nach Wahl mit Skipass ab 207,- € pro Person

Zum Angebot

Achill Moser

Wenn Achill Moser nicht gerade eine Wüste durchwandert und in Multivisionsvorträgen darüber erzählt, schnallt er sich im Winter stattdessen die Schneeschuhe an und genießt die verschneite Landschaft im Wallis. Wenn dann noch gutes Essen und spannende Besuche in Kunstausstellungen dazu kommen, sind er und seine Familie rundum glücklich.

Reiseverlauf

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