Schneeschuhwandern im Reichenbachtal

Schneeschuhwandern im Reichenbachtal

Auf Schneeschuhen durchs Reichenbachtal

Der Märztag beginnt trist, als wir aus dem Interregio von Grindelwald in Meiringen aussteigen: Nieselregen, grauer, wolkenverhangener Himmel. Check-In im Hotel, kurz danach treffen wir uns mit unserem Bergführer Emil Feuz. Seit über 40 Jahren führt der pensionierte Lehrer Menschen in den Bergen. Er verströmt sofort Ruhe und Gelassenheit, die Augen sind wach und jung. Emil verstaut Schneeschuhe, Rucksäcke und Proviant in sein altes, viertüriges Auto.

Voll beladen verlassen wir Meiringen. Tuckern eine Straße hinauf – auf 800 Höhenmetern geht der Regen in Schneefall über –  und je weiter wir hinaufklettern, umso winterlicher wird es. An einem kleinen Gasthof muss Emil Schneeketten anlegen – wir sind plötzlich mitten im Hochwinter. Zehn Minuten später haben wir den Startpunkt für unsere Schneeschuhwanderung erreicht: „Gschwandtenmad“ im Reichenbachtal – keine Mensch ist außer uns hier, dicke Schneeflocken wirbeln um uns herum, fast ein halber Meter Schnee bedeckt die Straße. Emil hilft uns beim Anziehen der Schneeschuhe, zurrt hier und da die Riemen fest, gibt uns eine kurze technische Einführung.

Die ersten Schritte mit den Schneeschuhen sind ungewohnt, aber trotz der Schneemassen ist das Treten einfach, wir gehen etwas breitbeiniger, damit die Schneeschuhe innen nicht aneinanderstoßen. Emil bahnt uns den Weg, langsam folgt die Gruppe. Schritt für Schritt, fast meditativ stapfen wir durch den Schnee entlang des Reichenbaches. Wohltuende Stille. Nur unsere Schritte und unseren Atem hören wir. Man spürt die Stille, die Macht der Natur, die Landschaft – ein tiefes, befriedigendes Gefühl. Die zwei, drei kleinen Anstiegen bewältigen wir mit Hilfe der Steighilfe. Langsam schreiten wir in direkter Linie nach oben, stützen uns auf den Stöcken ab und verlagern das Körpergewicht etwas nach vorne. Klappt gut und ist mäßig anstrengend.

Nach knapp 90 Minuten erreichen wir das historische Hotel Rosenlaui – aufgrund des Hotels wird das Tal auch von vielen als Rosenlauital bezeichnet. Das Hotel ist im Winter geschlossen – wir hocken uns auf zwei verschneite Bänke vor dem Eingang. Köstlich schmecken die belegten Brote – nie zuvor war ein einfaches Sandwich mit Wurst, Gurke und etwas Salat besser. Nach der Pause führt uns der Rückweg ins „Broch“ und dann zurück ins „Geschwandtenmad“ zu Erichs Auto. Als wir die Schneeschuhe ausziehen, glitzert der Schnee, die Sonne scheint. Wir strahlen ebenfalls. Welch wundervolles Naturerlebnis.

Berner Oberland: Meiringen

Interview mit Schneeschuhführer Emil Feuz:

Was macht den Reiz des Schneeschuhwanderns im Reichenbachtal aus?

Man kann dabei die Landschaft, die Berge erfahren, ja fast spüren. Der Kontrast im Rosenlauital ist riesig: liebliche Täler, Almwiesen, dagegen andererseits schroffe Hochalpen. Man wandert oft in völlig verschneiten Winterlandschaften, die Bäume hängen voller Schnee – dies liegt daran, dass nicht so viel Sonne ins Tal kommt. Und: Zudem stapft man häufig in völliger Stille und Abgeschiedenheit durch den Schnee– das Tal ist nicht mit Bahnen erschlossen, nur ein Postbus verkehrt im Winter. Es gibt 6 bis 7 sehr schöne Varianten oder auch beschilderte Routen, z.B. zur kleinen Scheidegg.

Wer kann Schneeschuhwandern?

Alle Menschen, egal ob klein oder groß, die gerne auch im Winter draußen sind, können auf Schneeschuhen laufen. Es ist viel einfacher als auf eine Skitour zu gehen und auch leichter als Skifahren. Die Schwierigkeit und die Dauer einer Tour kann man sehr gut an die Kondition der jeweiligen Teilnehmer anpassen.

Michael Hirsack

Schwarze Piste, blaue Piste? Wenn Michael Hirsack und seine Partnerin in den Winterurlaub fahren, muss beides möglich sein. In diesem Jahr entscheiden sie sich für Bern-Berner Oberland - der eine auf der Suche nach der steilsten Piste, die andere auch mal nach ruhigen Momenten wie beim Schneeschuhwandern durch die verschneite Landschaft.

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Reiseverlauf

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